Tiefer Purpur

Tiefer Purpur

Als Kind glaubte ich, dass ich, wenn ich erwachsen bin, auch die Musik mögen würde, die die anderen Erwachsenen, z.B. meine Eltern mögen. Sie gingen in ein Opernhaus, um sich Opern und Operetten anzusehen und anzuhören oder einen Konzertsaal, um Symphonien zu lauschen, die von großen Orchestern gespielt wurden. Das wurde klassische Musik genannt. Die Komponisten und Texter dieser Werke waren alle schon lange tot, meist schon über 150 Jahre und ihre Werke wurden immer noch gespielt. Das war schon beindruckend für mich als Kind. Künstler wie Richard Wagner, Ludwig van Beethoven, Richard Strauß oder Amadeus Mozart hatten diese Werke geschaffen, die ihre Erschaffer um viele Jahrzehnte überdauert hatten.

Die Musik die ich zu der Zeit gerne hörte, war dagegen nur sehr wenige Jahre alt und die Künstler lebten alle noch. Diese Musik wurde von den Erwachsenen U-Musik genannt, nein, nicht unernste Musik, wie man vermuten könnte, sondern Unterhaltungsmusik. Es war Musik ’nur‘ zur Unterhaltung, sozusagen nichts Besonderes. Der Begriff suggerierte mir auch, dass im Gegensatz zur klassischen Musik diese Musik nicht lange Bestand haben würde.

Zu dieser Zeit hörte man die Musik sehr viel im Radio oder man kaufte Schallplatten (heute als Vinyl bekannt), wenn man es sich leisten konnte. Es gab auch Tonbandgeräte und Kassettenrecorder, mit denen man Tonbandspulen oder Compact Kassetten bespielen konnte. Damit konnte man Musik vom Radio oder von Schallplattenspielern aufnehmen, oder man tauschte Musik zwischen Tonbandgeräten oder Kassettenrecordern. Da die Aufnahmeverfahren auf analoger Technik beruhten, wurde die Qualität der Aufnahmen beim Überspielen von einem Gerät zum nächsten immer schlechter, was deutlich zu hören war.

Ich kam mit dieser Musik zuerst durch meine Schwester in Berührung. Da ich als Nachzügler geboren wurde, war meine Schwester um viele Jahre älter und wusste im Gegensatz zu mir, welche Radiosender diese Musik spielten, die wir hören wollten. Ich kannte meistens die Namen der Bands nicht. Und selbst wenn ich die Namen der Bands schon gehört hatte, wusste ich nicht, wie sie geschrieben wurden, weil ich zu der Zeit noch keine Englischkenntnisse hatte. Ich wusste nur, was mir gefällt und was nicht.

Meine faforisitierte Band war „Die Purpel“. Mit der Schreibweise haperte es bei mir. Ich wusste zwar, dass es im Englisch kein ‚ö‘ gibt, aber ansonsten lag ich mit der Schreibweise schon ziemlich daneben. Später erzählte mir jemand, das die Band Deep Purple heißt, was übersetzt ‚Tiefer Purpur‘ heißt.

Neben Deep Purple gehörten zu meinen Faforiten auch noch Bands wie Led Zeppelin, Black Sabbath und UFO.  Der Musikstil dieser Bands wurde Hard Rock genannt und wurde zum Musikstil meiner Jugend.

Bands, die etwas auf sich hielten, spielten in ihren Konzerten die Musiktitel teilweise absichtlich nicht wie auf den Alben, um dem Konzertbesucher etwas Einmaliges zu bieten.

Interessierte sollten sich diese Alben mal anhören:

Deep Purple:
Album Machine Head – mit dem Song ‚Smoke on the Water’, dessen berühmtes Gitarrenriff wohl jeder schon mal gehört hat.
Album Made in Japan – gutes Beispiel für geänderte Songs bei Live-Auftritten, sehr zu empfehlen die hier gespielte spezielle Version von ‚Smoke on the Water’.
Album Perfect Stranger – erstes Album nach der Reunion der Mark-II-Besetzung 1984

Led Zeppelin:
Die Alben Led Zeppelin I-IV, die keinen Namen hatten, sondern nur von 1 bis 4 durchnummeriert wurden

Black Sabbath:
Album Paranoid

UFO, deren Musik etwas ange’space’t war:
Album UFO 1:  Unknown flying object, Boogie
Album UFO 2:  Flying,  seinerzeit sehr bekannt: Silver Bird und Prince Kajuku

Bemerkenswert aus heutiger Sicht ist, dass diese Musik noch 100% handgemacht war. Es gab noch keine Rhythmus-Computer o.ä. Alles was in einem Song zu hören war, wurde von den Musikern selbst erzeugt. Es gab zwar Gitarren-Verzerrer, die aus einem normalen Elektrogitarren-Sound unglaubliche Klanggebilde erzeugen konnten, aber trotzdem musste der Gitarrist wissen, wie er sein Instrument zu bedienen hatte, um die jeweils benötigten Basisklänge zu erzeugen. Synthesizer gab es zwar auch schon, aber deren Möglichkeiten waren zu dieser Zeit eher bescheiden.

Wer sich für die Musik aus dieser Zeit interessiert, dem möchte ich ein paar Hinweise mit auf den Weg geben: Hard Rock muss man laut hören! Nur dann entfaltet sich die richtige Klangkulisse der kraftvollen Songs.

Zum Hineinschnuppern kann man durchaus die massenhaft verfügbaren MP3s verwenden. Es sollte aber beachtet werden, das durch das Komprimieren nach MP3 Klangvolumen verloren geht. Dies ist allerdings abhängig von der Kompressionsrate. Wenn man dann ein paar Alben gefunden hat, die den persönlichen Musikgeschmack getroffen haben, dann sollte man es sich gönnen, diese Musik wirklich mit adäquater Technik mindestens von CD anzuhören. Das Sounderlebnis ist meist um Längen besser als bei einer MP3-Datei. Die meist digital remasterten CDs (Analoge Störgeräusche aus den analogen Soundquellen wurden entfernt.) gibt es inzwischen für wenige Euro zu kaufen und bieten wirklich mehr Sound fürs Geld.

Zum Anhören ist eine gute Heimsoundanlage wenn möglich mit Subwoofer zu empfehlen. Auch gute HiFi-Stereo-Kopfhörer eignen sich zum Anhören. Eine andere Möglichkeit ist eine hochwertige Soundanlage im Auto. In dem Fall kann man die Geräuschbelästigung der Wohnungsnachbarn vermeiden.

Puristen schwören bei Tonträgern allerdings auf die echten Vinyl-Schallplatten (Hier sind die analogen Störgeräusche noch vorhanden.), die inzwischen wieder eine Renaissance erleben, nachdem sie eine Zeit lang vollkommen aus den Verkaufsregalen verschwunden waren.

Übrigens:
Ich stehe immer noch nicht auf die Musik meiner Eltern. Mein Musikgeschmack hat sich über die Jahre kaum geändert. Es sind einige neue Bands hinzugekommen, die einen ähnlichen Musikstil haben.
Der Musikstil Heavy Metal kam hinzu: Eine Band, die erwähnt werden sollte: Metallica

Falls sich jemand die von mir empfohlene Musik mal angetan hat, kann er hier gern einen Kommentar hinterlassen.

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